Kategorie: Dies und das

Ein längeres Update

Ich hatte und habe viel um die Ohren, ich lebe aktuell in einer anstrengenden Phase meines Lebens und daher vernachlässige ich Dinge, die zu pflegen ich mir eigentlich fest vorgenommen hatte – dieses Blog gehört dazu. Dennoch will ich wieder einige Minuten investieren, denn es ist ja auch eine Menge passiert. Da wäre zum Beispiel mein erster Conbesuch nach vielen Jahren auf dem LuxCon Anfang diesen Monats, der trotz des suboptimalen Wetters immerhin dazu geführt hat, dass ich angenehme Panels moderieren durfte (es war ja gleichzeitig EuroCon) und meine Püppchensammlung erweitert habe.

Auch sind neue Romane erschienen bzw. in Vorbereitung. Der 14. Band der Kaiserkrieger-Saga ist endlich sowohl als ebook wie auch in Print erhältlich. Ich schreibe an einer neuen Trilogie für das Digital-Label von Bastei (beThrilled heißt das jetzt) und ich habe noch einige andere Projekte laufen, vor allem noch eine Gedenkausgabe für meinen leider viel zu früh verstorbenen Autorenkollegen Holger M. Pohl, der mir immer noch sehr fehlt. Leider ist es wegen der anstrengenden Zeiten für mich schwer, mich auf diesen Teil meiner Arbeit wie gewohnt zu konzentrieren, da der andere Teil sehr viel von meiner Energie in Anspruch nimmt und ich danach oft zu wenig bis nichts mehr imstande bin.

Cover von Timo Kümmel

Energie genug habe ich aber noch für den MarburgCon am kommenden Wochenende, der erstmals seit Jahren wieder als Präsenzveranstaltung stattfindet (aber unter 2G-Regelung und mit Maskenpflicht, nur schon mal als Hinweis). Wer mich also treffen möchte, der sollte ins Bürgerhaus nach Niederweimar eilen, dort werde ich am Samstag zugegen sein.

Ich hoffe auch, dass ich meine geplante Lesung auf dem ColoniaCon im Mai werde durchführen können (zu Corona-Zeiten weiß man ja nie), dort habe ich tatsächlich die Absicht, aus o. g. Trilogie ein wenig vorzutragen. Sozusagen heiß aus der Werkstatt. Auch auf dem ColoniaCon werde ich nur am Samstag anwesend sein, da ich am Sonntag schon wieder beruflich in eine andere Stadt weiterreisen muss. Wie gesagt, anstrengende Zeiten aktuell.

Holger M. Pohl ist tot

Ich mag es nicht, Nachrufe auf nette Menschen zu schreiben. Eigentlich möchte man nämlich nur laut schreien und mit den Fäusten gegen die Wand schlagen, weil man sich sagt: Warum leben die Arschlöcher weiter, wenn es die Guten viel zu früh trifft?

Genau das ist jetzt passiert: Holger wurde im Januar 63 Jahre alt. Seit gestern ist er tot. Das trifft mich. Er war nicht einfach nur ein Schriftstellerkollege, wir haben an drei Projekten eng zusammengearbeitet, und gerade dann, wenn es um Inhalte geht, um Termine, um Zeitpläne und darum, wie man seine Texte an den Verlag bringt, lernt man einiges über den Kooperationspartner.

Die neunte Expansion. Rettungskreuzer Ikarus. Die Welt der 7 Ebenen. Wir haben viel gemeinsam geschafft. Und Holger hat nie die gute Laune, eine gewisse schwäbische Gemütlichkeit und gleichzeitig seine bewundernswerte Arbeitsdisziplin verloren. Er war extrem verlässlich. Man konnte mit ihm über alles reden. Er blieb ruhig, wo sich andere aufregten. Und er war der Fels in der Brandung, wenn es mal stürmisch wurde. Er war eine Konstante, auf deren Fundament man stets gute Ergebnisse erzielen konnte. Ihn auf Cons zu treffen, war stets angenehm, lustig und nahezu erholsam. Kein Stress, keine Mikro-Aggressionen, keine bösen Worte über wen auch immer.

Und jetzt ist er fort. Ich hoffe doch sehr, ihn eines Tages auf der anderen Seite wieder zu treffen. Es ist schmerzhaft, zu erkennen, dass ich jetzt ein Alter erreicht habe, in dem klar ist, dass die Reihen sich zu lichten beginnen. Das ist ein unausweichlicher Prozess, ich weiß das wohl. Aber egal, wann es geschieht, es geschieht immer zu früh.

Ad astra, Holger. Da waren wir uns immer einig: Ad astra!

Foto: Michael Gierse

Dieses Jahr…

Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. Es fällt mir etwas schwer, die Ereignisse korrekt einzuordnen. Das liegt gewiss auch daran, dass die Pandemie alles überdeckt hat. Wenn etwas gut lief, dann lief es trotz Corona gut. Wenn etwas schlecht lief, dann wegen Corona. Irgendwie verliert man in einer solchen Situation das richtige Maß, um eine Situation beurteilen zu können. Wie gut, dass ich in diesem Blog vor allem darüber schreiben darf, wie es mit dem Schreiben lief. Auch da hat es natürlich Corona gegeben, sowohl in der Produktion von Worten wie in der von Büchern. Aber dennoch erlaubt dieser Fokus dann doch eine etwas genauere Differenzierung.

Im Grunde war 2021 kein schlechtes Jahr. Ich habe einiges veröffentlicht und fertiggestellt und es war aus ökonomischer Hinsicht auch nicht schlechter als das Jahr davor. Ich arbeite nebenberuflich als Schriftsteller, daher ist es zwar schmerzhaft, wenn mir Einkommen wegbricht, aber es ist nicht entscheidend für mein wirtschaftliches Wohlergehen. Auch da kann ich aber nicht von signifikanten Einbußen berichten. Darüber hinaus habe ich immer noch mehr als genug Pläne, es mangelt also nicht an sehr konkreten und vereinbarten Schreibprojekten.

Dass die Rahmenbedingungen für Verlage nicht ideal waren, muss ich aber nicht groß erwähnen, und für phantastische Kleinverlage galt dies besonders. Wenn Cons oft wegfallen, sind virtuelle Veranstaltungen nur ein halber Ersatz. Das Verkaufsgespräch „face to face“ und die Möglichkeit, dem potentiellen Kunden die Ware sofort übergeben zu können, senkt die Zugangsschwelle doch erheblich. Wer sich über Discord ein Buch aufschwatzen lässt, hat danach Zeit, es sich noch mal zu überlegen. Eine fatale Situation, die man normalerweise zu vermeiden trachtet. Die Papierknappheit und die Produktionsprobleme der Druckereien kamen noch hinzu. All dies hat zum einen dazu geführt, dass der erste Band der siebenteiligen Romanserie „Welt der sieben Ebenen“ von Holger M. Pohl und mir – „Freiland“ – verspätet erschienen ist – und der längst fertiggestellte Band 14 der Kaiserkrieger – „Der Ruf des Marschalls“ – wohl erst im neuen Jahr kommen wird. Ich darf meine Leserinnen und Leser hier um Verständnis bitten. Ich hoffe, dass sich das 2022 ein wenig einrenken wird.

Immerhin haben ebooks und Hörbücher diese Produktionsprobleme nicht. Dementsprechend konnte ich 2021 die erste Staffel meiner SF-Serie „Sternkreuzer Proxima“ im Digital-Label von Bastei abschließen und eine zweite beginnen – der letzte Band erscheint im Januar. Bevor mich viele Leute fragen: es ist wie immer, ob es eine dritte Staffel geben wird, hängt allein von den Verkaufszahlen von Staffel 2 ab. Das wird sich gewiss im Frühjahr entscheiden. Ich bin in jedem Falle für die Chance, diese zwölf Romane schreiben zu dürfen, sehr dankbar. Es hat mir großen Spaß gemacht, wieder in das alte Genre der Military SF zurückzukehren. Alte Leidenschaften sollte man immer wieder pflegen.

Ebenfalls erschienen ist in diesem Jahr ein neuer Dreiteiler in der Serie „Rettungskreuzer Ikarus“, gewissermaßen auch eine alte Leidenschaft. Die gute alte Ikarus fliegt 2022 im 23. Jahr und wir nähern uns beharrlich der Marke von 100 Romanen. Ein zweiter Sammelband mit den Romanen 11-20 als ebook ist übrigens erschienen und der dritte soll im kommenden Jahr folgen. Es ist also recht preisgünstig möglich, in die Serie einzusteigen und ich freue mich über jede/n neue/n Leser/in. „Ikarus“ bleibt mein Baby, obgleich es schon lange erwachsen ist, und ich freue mich auf Band 100.

Was habe ich für das kommende Jahr geplant? Nun, zum einen hoffe ich natürlich, dass recht bald Kaiserkrieger # 14 erscheint, denn ich schreibe bereits an Band 15 (Arbeitstitel: „Verfluchte Zeiten“). Dann fehlen auch nur noch sechs Romane in der oben genannten Serie, die ich zusammen mit Holger schreibe, hier habe ich allerdings meinen Anteil von Band # 4 bereits soweit fertig. Three to go. Ich habe ein weiteres Projekt bei Bastei unterzeichnet, an dem ich ebenfalls bereits fleißig schreibe, es handelt sich aber, wie man indirekt den obigen Zeilen entnehmen darf, nicht um die dritte „Proxima“-Staffel. Ich habe eine sechsteilige Fantasy-Serie begonnen (Band 1 existiert bereits) und würde diese auch gerne weiterschreiben, was aber aktuell auf zeitliche Probleme stößt. Und es gibt noch ein besonders spannendes Projekt am Horizont, das noch zu unkonkret ist, als dass ich dazu etwas sagen könnte, aber wenn es spruchreif wird, werde ich dazu gerne einige Worte verlieren. Alles in allem wird mir 2022 die Schreibarbeit nicht ausgehen, ich muss nur gucken, wie ich sie mit den immer größeren anderen beruflichen Herausforderungen in Einklang bringen kann. Das wird immer schwieriger, da ich spätestens zur Mitte des Jahres die Geschäftsführung der gemeinnützigen Einrichtung übernehmen werde, die ich vor über zehn Jahren zusammen mit zwei Kollegen gegründet habe. Das ist noch einmal ein ganz neuer Level an Herausforderung und Verantwortung.

Für das Frühjahr 2022 habe ich außerdem den MarburgCon und den LuxCon/EuroCon eingeplant. Möge die Pestilenz, die mich 2021 davon abgehalten hat, solche Veranstaltungen zu besuchen, schnell verschwinden. Ich habe das tiefe Bedürfnis, euch meine Bücher direkt und „face to face“ aufzuschwatzen, damit ihr es euch kein zweites Mal überlegen könnt.

In diesem Sinne allen ein gesundes Jahr 2022. Wird schon werden.

Erschienen: Freiland

In Kooperation mit meinem hochgeschätzten Kollegen Holger M. Pohl ist nun der erste Band eines siebenteiligen SF-Zyklus erschienen. Ich hoffe, Ihr schlagt gleich zu, ist ja bald Weihnachten und das Druckerpapier ist knapp. Kann gerne auch direkt beim Verlag bestellt werden. Worum geht es?

Seit ewigen Zeiten fliegt die Heimat durch die Galaxis, einem unbekannten Ziel entgegen. Auf den sieben Ebenen des gigantischen Schiffes haben sich die Passagiere eingerichtet. Sie haben ihre Arbeit, ihre Hierarchie und ihren Glauben. Dann aber erschüttert ein äußerer Einfluss die scheinbare Harmonie der Welt der sieben Ebenen: Ein Raumschiff havariert in der Nähe, Überlebende werden geborgen und die kostbare Balance von Ressourcen, Macht und Bestimmung droht auseinanderzubrechen. 

BuCon-Ehrenpreis für Guido Latz

Heute durfte ich während des (virtuellen) BuchmesseCons die Verleihung des BuCon-Ehrenpreises an den Chef des Atlantis-Verlages, Guido Latz, mit einer Laudatio begleiten. Er hat sich diese Würdigung redlich verdient.

Der Goldene Herbst

Ihr wisst ja, wie das bei mir läuft: Erstmal kommt der Werbeblock, dann alles andere. Diesmal kann ich aber selbst zum Werbeblock nicht allzu viel nachtragen: die zweite Staffel von „Sternkreuzer Proxima“ ist erschienen (Band 8 ist gerade raus) und meine Ikarus-Trilogie wurde mit dem dritten Band glorreich abgeschlossen. Ich warte jetzt auf ein konkretes Erscheinungsdatum von „Freiland“, dem ersten Band einer siebenteiligen Reihe, die ich zusammen mit Holger M. Pohl schreiben darf (erscheint im Wurdack-Verlag).

Aktuell schreibe ich an einem neuen Projekt, zu dem ich noch nichts sagen darf, außerdem an Band 4 der eben genannten Reihe sowie an einer Übersetzung. Wenn ich letztere geschafft habe, steht Band 15 der „Kaiserkrieger“ auf dem Plan. Die # 14 ist abgegeben und beim Verlag im Veröffentlichungsprozess, das ist also alles in Arbeit.

Contechnisch ist 2021 ja eher nicht so spannend gewesen, und ich bin, ehrlich gesagt, die virtuellen Cons derzeit etwas leid. Es ist ein guter, ein sinnvoller und ein sicherer Ersatz, ich möchte keine Kritik üben – aber es ist für jemanden wie mich, der sich grundsätzlich keine Lesungen oder Vorträge anhört, einfach anstrengend, da ich das, was ich will – die informelle Vernetzung und die schlechten Witze – bei solchen Veranstaltungen nicht bekomme. Ich hoffe sehr darauf, dass 2022 insofern etwas Normalität einkehrt, als dass ich wieder ein wenig reisen und realen Fans in physischer Umgebung begegnen kann. Fest eingeplant habe ich für das kommende Jahr zu diesem Behufe bereits den LuxCon – der gleichzeitig EuroCon sein wird -, den MarburgCon und den ColoniaCon. Diese Liste könnte sich durchaus noch erweitern.

Ansonsten versuche ich zur Zeit, verschiedene und manchmal konfligierende Anforderungen unter Kontrolle zu bekommen. In meinem Bürojob – nein, ich kann nicht vom Schreiben leben! – hat es einen steten Verantwortungszuwachs gegeben, der auch mit einem steten Arbeitszuwachs verbunden war. Die Bundestagswahl hat dazu geführt, dass ich vorher und nachher sehr viele Medienauftritte hatte, was natürlich auch einiges an Zeit auffrisst.

Das Schreiben kommt dann manchmal zu kurz (zum Glück nicht allzu häufig), aber das Lesen auf jeden Fall. Wenn ich abends müde nach Hause komme, greife ich meist zu Streamingdiensten oder zu „No Man’s Sky“, wo ich mittlerweile stolzer Bürgermeister einer Alien-Siedlung bin, deren Bedürfnisse mich ganz schön auf Trab halten.

Vielleicht wird sich die Situation ja wieder entspannen. Bücher kaufen, das habe ich aber nicht eingestellt. Wohin das alles nur führen soll?

Ich verspreche, mich hier öfters zu melden. Ehrlich. Aber auch das geht manchmal einfach unter. Ich gelobe Besserung.