Der Herbst und ich

Nach einer Arbeitswoche in Tunis (ARBEIT! Nicht Urlaub!), in der natürlich auch all meine Schreibprojekte liegengeblieben sind, wird es an der Zeit, ein wenig über Aktuelles und künftiges zu reflektieren. Dass in dieser Woche Achim Mehnert verstorben ist, gibt dieser Reflektion eine besonders traurige Note. Achim, ein Fan- und Autoren-Urgestein, war noch nicht einmal 57 Jahre alt. Ich werde im Dezember 52 und gebe mich immer der Illusion hin, dass für viele Dinge noch viel Zeit ist. Es ist schmerzhaft, daran erinnert zu werden, dass es auch ganz anders und ganz plötzlich enden kann. Ich werde Achims dezente Beleidigungen auf ColoniaCons vermissen, so seltsam das auch klingen mag 😦

45674686_2238085679599277_2172346255898836992_o(Foto von Florian Breitsameter. Achim hat immer gerne geholfen.)

Nachdem ich den dritten und letzten Band meiner Scythe-Trilogie vor zwei Wochen abgegeben habe, sitze ich derzeit an so vielen schriftstellerischen Projekten, dass ich mir ernsthaft über das Zeitbudget Gedanken machen kann. Angefangen habe ich mit dem Roman „Metropole 7“, dem Auftaktband für eine neue SF-Trilogie bei Cross Cult, die irgendwann 2019 beginnen wird. Ich liege bei „Aume“, der Fortsetzung von „Canopus“ sozusagen in den letzten Zügen, bin aber auf der Suche nach einem guten Abschluss des Romans. Bei Kaiserkrieger # 12 „Sterbende Götter“ habe ich immerhin das erste Drittel so einigermaßen im Kasten, in dem bereits die Weichen für den abschließenden Sechsteiler ab Band 13 gestellt werden. Ich sitze an der Bearbeitung der englischen Übersetzung von Kaiserkrieger # 6, damit bin ich zur Hälfte durch. Begonnen habe ich mit Die neunte Expansion # 23, der den Titel „Ruf der Evocati“ tragen wird und mein letzter Beitrag für diese Reihe ist, denn diese findet bekanntlich mit Band 24 ihr grandioses Ende. Und ich arbeite, psst!, an einem neuen Romankonzept für einen MilSF-Stoff. Meine liebreizende Schwester Britta aka Sylke Brandt hat mit einem neuen Scareman-Roman begonnen und wartet darauf, dass ich auch dort aus dem Quark komme, was ich vor Anfang 2019 aber bestimmt nicht schaffen werde.

Aufgrund meiner beruflichen Verpflichtungen ist meine Schreibzeit aktuell stärker eingeschränkt als sonst. Man sollte meinen, der Aufenthalt in Zügen und Flugzeugen sei geeignet, um dort etwas zu schreiben, aber das ist manchmal nur reines Wunschdenken. Wenn neben einem im Flieger zwei Russen sitzen, die sich mit Rotwein abfüllen und gegenseitig lustige Videos aus der Heimat auf dem Smartphone vorspielen, ist meine Konzentrationsfähigkeit massiv eingeschränkt. In der Bahn, sollte ich wider Erwarten tatsächlich in den Genuss meines vorher reservierten Sitzplatzes kommen, muss ich erstmal meine innere Mitte wiederfinden, die mir durch Kettenverspätungen, umgekehrte Wagenreihung und kaputte Kaffeetränken leider meist abhanden kommt. Ich hoffe, bis zum Ende des Jahres noch einiges wegarbeiten zu können, aber aktuell bin ich dermaßen viel unterwegs, dass es einfach schwer wird. Kommende Woche weile ich wieder alle fünf Arbeitstage außerhalb Saarbrückens, in Göttingen und Warschau, und ich weiß schon jetzt, dass diese Zeitspanne meiner Autorenkarriere nicht zuträglich sein wird.

Daher bleibt mir an dieser Stelle nur, auf den jüngst erschienenen Ikarus-ebook-Sammelband hinzuweisen. Die ersten zehn Bände in einem aus auserlesenen Elektronen erstellten Kompendium für einen sehr günstigen Preis, der ideale Einstieg in diese wunderbare SF-Serie. Lasst euch nicht lumpen, ihr wollt es doch auch.

Ich melde mich wieder, sobald ich etwas Land sehe, und tatsächlich von Fortschritten berichten kann. Montag sitze ich wieder im Zug. Acht Minuten Umsteigefrist in Mannheim. An dieser wird die Bahn selbstverständlich scheitern, und ich mit ihr.

P.S.. Ich habe neue Socken!

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