Blick zurück zum WorldCon

Eigentlich wollte ich keinen WorldCon-Bericht schreiben, doch die Tatsache, dass ich danach einige Tage Urlaub bei meiner Schwester verbracht habe, hat mir geholfen, ein paar Gedanken zu sammeln und ich will sie dann doch jetzt einmal aufschreiben. Kein geordneter Bericht, eher ein paar Schlaglichter.

Zuerst einmal: es war der größte WorldCon der bisherigen Geschichte dieser Veranstaltung, mit über 7000 tatsächlich anwesenden Besuchern am Samstag. Da das ExCel-Center aber gleichzeitig ein höllisch großes Bauwerk ist, gab es nur zu seltenen Gelegenheiten den Eindruck der allgemeinen Überfüllung: etwa am Freitag zur Registrierung, die höchst schlecht organisiert war und zeigte, dass die Veranstalter mit den Last-Minute-Anmeldungen hoffnungslos überfordert waren, sowie bei einigen der Panels, bei denen man nicht einmal eine halbe Stunde vor Beginn noch rechtzeitig da war (und anschließend Katz-und-Maus mit den allgegenwärtigen Sicherheitskräften spielte, um sich doch noch reinzuschmuggeln).

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Das irre große Veranstaltungszentrum. Der kleine rote Wagen bot Softeis an. Hat gute Geschäfte gemacht.

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Irre groß oder nicht, wenn ein Panel so richtig sexy war, gab es auch so richtig Andrang.

Die deutsche Fangruppe war erstaunlich groß – dem Vernehmen nach fragte auch Chris Foss verwundert, wo denn die ganzen Deutschen her kämen – und die deutschen Programmpunkte wohl auch ganz gut besucht. Die Aussteller waren in einem deutschen Pavillon im Fan Village zusammengefasst, was immerhin dazu führte, dass man einigermaßen beieinander saß und der Stand immer besetzt war. Ich legte sogar vier meiner Bücher auf den Tisch, davon habe ich eines (D9E # 1) verkauft und eines („Ein Lord zu Tulivar“) hat jemand geklaut. Möge ihm das Papier beim Umblättern tief ins verbrecherische Fleisch schneiden.

Sehr gutes Feedback bekam ich aber für die Werbeanzeige zur englischsprachigen Ausgabe der Kaiserkrieger auf der Rückseite der SFCD-Publikation, die ebenfalls reichlich an die Fans verteilt wurde. Ich gehe daher davon aus, dass ich in Kürze steinreich sein werde.

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Das „Fan Village“ von oben betrachtet. Die blaue Leuchtgirlande unten links hängt am deutschen Pavillon.

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Das Panel zur deutschen SF/F, moderiert von Martin Stricker (in Gelb, grinsend). Immerhin wurde ich am Ende zur Lektüre empfohlen, damit hat das Panel seinen Zweck bereits erfüllt.

Ich habe einige wenige Programmpunkte mitgemacht: das Panel zu Kontinuität und Wandel in der Military SF, das mich aber inhaltlich auch nicht viel weiter gebracht habe (außer, dass ich jetzt die Military Fantasy von Moderator Myke Cole lesen möchte), zwei Kaffeeklatsche (Kaffeeklatschs?) mit John Campbell aka John Hemry („Lost Fleet“) sowie Lawrence Watt-Evans, bei letzterem mit sehr interessanten Einblicken eines echten Profis zum Thema Crowdfunding. Ein Panel zu den Zahlen der SF/F in UK, also Auflagen und Business, repräsentiert von Vertreter/innen der vier großen britischen Publikumsverlage, mit einigen sehr interessanten Erkenntnissen, die ich hier wirklich einmal kurz zusammenfassen möchte:

  1. Der am besten verkaufte SF-Roman in UK im Jahre 2013 hat 51.000 Exemplare verkauft.
  2. Der am besten verkaufte Fantasy-Roman 170.000 Exemplare, trotzdem…
  3. … steigt der Anteil der SF im Vergleich zur Fantasy kontinuierlich an und…
  4. … verkaufen sich SF-Anthologien als ebook ganz hervorragend und…
  5. … macht der ebook-Markt mehr als 50 % des Gesamtumsatzes aus.
  6. Man habe von Anfang an auf Digital Publishing gesetzt, um nicht „die Fehler der Musikindustrie zu begehen“ (ich winke mal lächelnd in Richtung der Saftnasen in deutschen Großverlagen)
  7. Man habe keine Angst vor Self-Publishing, das sei doch „quite interesting“ (*maliziöses Lächeln*).
  8. Man verkaufe gut ein Drittel des Gesamtumsatzes im englischsprachigen Ausland, vor allem Mittelerde und Australien.
  9. Sogar Deutschland wurde erwähnt, als „major fantasy-market“, in den man fleißig Lizenzen verkaufe.

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Lawrence Watt-Evans erleuchtete die Zuhörer mit Erkenntnissen aus seinen Bemühungen um Crowdfunding.

Ich besuchte dann noch zwei Übersetzungspanel, an einem nahm ich sogar teil. Da gibt es nicht viel zu berichten („Es bleibt schwierig“) und ich habe amerikanische Fans zum Erröten gebracht, als ich zweimal das Wort „fucking“ benutzte. Too bad.

Ansonsten bin ich eher ziellos herumgelaufen und habe Leute getroffen, darunter meine Kollegen aus der Usenet-Gruppe rasfc und den Autor Bill Swears, den ich gedrängelt habe, endlich ein Sequel zu „Zookland“ zu schreiben. Ich habe auch ein klein wenig Geld ausgegeben, denn dafür gab es einen riesigen Dealers Room, wo kräftig gedealt wurde (und dem Vernehmen  nach zur Zufriedenheit der Verkaufenden).

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Hier wurde gedealt.

Alles in allem eine hochinteressante, aber auch kräftezehrende Veranstaltung. Ich bin Pre-Supporter für Helsinki 2017 (dem wird aber nicht allzu viel Erfolgsaussichten beigemessen) und Dublin will ja 2019. Dublin kennen sogar die Amis. Das könnte was werden. Paris hat sich übrigens für 2021 oder so beworben. Angesichts der Tatsache, dass mir zu dem französischen Fandom immer nur „Under the Dome“ einfällt, habe ich da meine Zweifel. Ach so, und ich habe direkt bei dem Godfather of LuxCon einen Stand für 2015 gemietet. Guido, bitte gleich aufschreiben.

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Dirk war am Ende doch bereit für ein Upgrade.

 

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4 Kommentare

  1. nikki @ book punks

    Lustig. Ich war auch dabei und habe mich gerade gefragt, ob wir uns wohl gesehen hätten. Zufällig, kleiner Welt usw. Das ich vorne auf das Bild von Dealer Room bin, beantwortet die Frage ziemlich genau. Bist du bei BuCon?

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