Work in progress

„Was genau wollen Sie? Das ist Kindsraub!“

Der Wissenschaftler, ein gewisser Doktor Glebs, hatte sich zum Wortführer der imperialen Delegation aufgeschwungen. Alle anderen sagten wenig bis nichts, nickten aber meist bestätigend, was Herrn Glebs nur darin bestärkte, noch lauter und mit jedem neuen Satz um einiges empörter zu klingen. Dem hageren, etwas älteren Mann tropfte die Rechtschaffenheit seiner moralischen Überlegenheit dermaßen aus jeder Pore, dass Sentenza die Gegenwart dieses Menschen kaum zu ertragen vermochte. Leider war Anande, von dem er sich Unterstützung in dieser Angelegenheit erwartet hatte, keine besonders große Hilfe. Er saß mehr oder weniger stumm daneben und versuchte, ob der Äußerungen seiner Kollegen nicht allzu peinlich berührt zu sein.

Es schien, so fand Sentenza, während er sein Gesicht zu einer Maske der Höflichkeit erstarren ließ, als ob es nur zwei Sorten von Eierköpfen gäbe: jene, die den verheißungsvollen Weg zum „mad scientist“ beschritten und gleich die Herrschaft über das ganze Universum – mindestens! – anstrebten oder jene wie Dr. Gelbs, der in einem dermaßen engen Käfig moralisch-ethischer Konventionen steckte, dass man sich fragte, wie er darin überhaupt noch Luft bekam.

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