Work in progress

Der Abend begann so, wie sie es erwartet hatte. Martinus warf ihr Blicke zu, deren Inhalt nicht lange interpretiert werden musste.

„Heute Nacht, mein Schatz“, sagte er mit einem etwas schleppenden Tonfall, „wird es an der Zeit, dass wir uns um männlichen Nachwuchs kümmern!“

Julia zwang sich ein Lächeln ab. „Unsere Tochter ist doch ganz bezaubernd!“, meinte sie. Martinus stieß ein Grunzen aus und machte eine abfällige Handbewegung.

„Frauen“, sagte er. „Sie sind für manches gut, aber nicht dafür, die Familientradition fortzuführen und die Dinge zu tun, die die Welt bewegen.“

Julia fragte sich einen Moment, welche weltbewegenden Dinge Martinus wohl bereits vollbracht haben mochte, sprach dies aber nicht laut aus. Ihr Mann war durchaus in der Lage, sehr aggressiv zu werden, vor allem dann, wenn man ihn auf Defizite ansprach, die er doch täglich fortzusaufen trachtete.

„Ein Stammhalter!“, rief er laut und schlug mit der Faust auf die Lehne des Sofas. „Ein Stammhalter muss her und heute Nacht will ich ihn zeugen!“

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