Work in progress

Die Glassplitter knirschten unter seinen Stiefeln. Trotz des Vorfalls gerade eben war Roby entspannt. Der Widerstand der Plünderer war schnell zusammengebrochen. Einige wollten es bis zuletzt nicht einsehen, aber die meisten hatten sich schließlich ergeben. Roby stapfte durch das verwüstete Zentrum. Die Auslagen waren überall verteilt worden, Mode, Spielsachen, Parfums – die Luft wurde durch eine abenteuerliche Mischung aus Betäubungsgas und Duftwässerchen geschwängert, und Roby war sich nicht einmal sicher, was jetzt was war – und dann gab es auch mal ein Geschäft, das relativ unbeschädigt wirkte. So etwa das kleine Antiquariat, in dem man noch gebundene Bücher aus Papier erwerben konnte. Dafür hatte sich erwartungsgemäß keiner interessiert. Ein paar der Werke lagen aber trotzdem auf dem Boden, von der Wucht diverser Explosionen, mit denen sich Robys Leute Einlass verschafft hatten, fortgewirbelt. Er hob ein Buch auf, schaute auf den Umschlag, der ein Gewehr zeigte, durch dessen Zielsuchgerät man blicken konnte. „Kalte Spuren“, las Roby laut vor, schüttelte den Kopf und stopfte es in ein Regal. Ihm war nicht nach Actionliteratur zumute, dafür erlebte er derzeit zuviel von dem Scheiß am eigenen Leibe. Wahrscheinlich war es nicht einmal besonders gut geschrieben.

 

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