Work in progress

Lord Olifek war ein scharfer Hund, das sah man ihm an.

Er war am Abend in Tulivan eingetroffen, zusammen mit zehn weiteren Männern, vier davon eine persönliche Leibwache, sechs eindeutig als Schreiber und Beamte zu identifizieren. Dass meine Männer für die Zeit des Besuches entweder im Freien kampieren oder bei ihren Freundinnen – in zwei Fällen ihren Frauen – in der Stadt wohnen mussten, schien er für selbstverständlich zu halten. Sein schmales Gesicht mit den unruhigen, ewig suchenden Augen stand in Kontrast zu einem Hintern, der zu viele breite Sessel gesehen hatte. Die Vehemenz, mit der er das zu seinen Ehren bereitete Gastessen in sich hinein schlang, war bemerkenswert. Ich hatte in meinem Leben schon viele hungrige Menschen kennen gelernt, war selbst schon oft ausgehungert gewesen. Wenn man dann nach langem Darben endlich wieder etwas ordentlich hingestellt bekam, aß man gerne, viel und intensiv. Doch die glühende Begeisterung, gemischt mit einer ehrgeizigen Gier, die Olifek beim Essen an den Tag legte, hatte etwas Unheimliches. Es schien, als würde er bei jedem Bissen den Tod des Bratentieres oder Hühnchens ein zweites Mal genießen. Dass er dem Gemüse dementsprechend nur beiläufig zusprach, passte ins Bild. Es war ein faszinierendes Bild, aber gleichzeitig ein verstörendes.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s