Gesehen: La Voyage dans le Lune (restaurierte Fassung)

Zusammen mit dem Soundtrack (von AIR) der restaurierten Fassung des legendären SF-Films von Melies aus dem Jahre 1902 bekam man auch den Film, und so habe ich das erste Mal in meinem Leben dieses Stück Filmgeschichte betrachten dürfen, von dem ich bisher nur gehört hatte. Die aufwendige Restauration der 1993 gefundenen, handcolorierten Farbfassung lohnt sich das Ansehen, denn obgleich wir über manches in alten Stummfilmen heute vielleicht eher lachen: Dieser Klassiker hatte alles, was einen ordentlichen SF-Film ausgemacht hat, nämlich ein Raumschiff, Mädels in engen Strumpfhosen, Aliens und einen Ninjaregenschirm mit Explosionseffekt. Ich hätte nicht gedacht, dass mir ein so alter Film noch solchen Spaß machen würde – der schöne neue Soundtrack von AIR hat sicher auch seinen Beitrag dazu geleistet – aber ich habe ihn mir wirklich gerne angesehen. Das war und ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ganz großes Kino, mit sehr stimmungsvollen Bauten, “Matte Paintings” und Kostümen. Mehr als nur ein Klassiker, sicher auch ein Wegweiser. Tolle Sache.

Zwischen Rotz und Remineszenz: Jean Michel Jarre und Yellow Magic Orchestra & ein bissl Kaiserkrieger

Ich bin, das habt Ihr wohl schon mitbekommen, ein Freund elektronischer Musik. In den letzten Tagen hatte ich diesbezüglich zwei eher unterschiedliche Hörerlebnisse, auf die ich kurz eingehen möchte.

Zum einen habe ich endlich bei itunes die Originalalben des Yellow Magic Orchestra aus den 70er Jahren gefunden. Klassiker wie “Tong Poo” oder “Behind the Mask” haben wesentlich zu meiner Sozialisierung und Ausbildung meines Musikgeschmacks beigetragen. Ich habe mir die alten Stücke mit großer Begeisterung angehört. Als Instrumentalmusiker waren YMO herausragend, unerträglich wurde es meist erst, wenn die Jungs auch zu singen versucht haben. Aber ich war/bin ein glücklicher Fan.

Ein zweiter zentraler Einfluss war natürlich der Franzose Jean-Michel Jarre, der auch immer noch fleißig Musik produziert. Sein neueste Album heißt “Rarities” und ist just erschienen. Ich habe es natürlich ungesehen gekauft, da mir auch viele der aktuellen Sachen von ihm durchaus gefallen. Hier aber wäre es besser gewesen, wenn das Album eine “Rarität” geblieben wäre. Ich habe selten so einen Quatsch gehört, mit nur ganz wenigen Stücken, die zumindest ein vages Interesse bei mir geweckt haben, dafür zuviel sinnlose Dissonanz und Spielerei, manches kopfschmerzerregend. Da war/bin ich ein unglücklicher Fan geworden.

Hinweisen möchte ich noch auf eine sehr lange Rezension zu “Der Verrat” von Thomas Harbach auf literra.info. Lang. Sehr lang. Und auch sehr lang ist diese Besprechung zum gleichen Buch.

By cursory Veröffentlicht in Musik