Archiv für den Monat April 2012
Morgen: MarburgCon
Ich wollte noch einmal darauf hinweisen, dass morgen der MarburgCon stattfindet. Ich werde den Samstag über da sein und würde mich freuen, möglichst viele von Euch ebenfalls dort begrüßen zu dürfen. Einen Programmpunkt o. ä. habe ich nicht, also werde ich nur abhängen und dummes Zeugs quatschen (und vielleicht ein paar kompromittierende Videoaufnahmen für mein Vlog machen).
Work in progress
Leot mochte gut planen können, gut organisieren und er mochte die Stimme hören, aber mit Frauen hatte er seine Probleme. Dass Dorna das nicht weiter störte, sondern sie genauso mit ihm flirtete, ihn beschimpfte, ihn verachtete und beachtete wie alle anderen Männer, machte die Sache für ihn nicht einfacher. Leot war nicht gerne verwirrt. Er liebte klare Strukturen, Kausalitäten, die Ordnung. Er schätzte die Informationen der Stimme, ihre kühle Freundlichkeit, die realitätsnahe Zuversicht, die pragmatische Hilfe ihrer Offenbarungen.
Dorna verwirrte ihn.
„Du… ich weiß nicht…“
„Wann hast du das letzte Mal mit der Stimme geredet?“
„Vor gut drei Wochen.“
„Und wie lange willst du noch warten?“
Leot zuckte mit den Achseln. „Sie haben eben alles abgesperrt. Und sie haben die Streifen verstärkt. Vielleicht suchen sie nach uns.“
„Die Sklaven suchen nicht nach uns, sie suchen nach jenen, die dafür gesorgt haben, dass der große Aufruhr ausgelöst wurde.“
Die Verachtung in Dornas Stimme verletzte Leot, doch er bemühte sich, seine Gefühle nicht zu zeigen. Die anderen Freien sahen und hörten zu. Er durfte sich nicht verletzen lassen. Er war derjenige, der die Stimme hörte.
Er konnte ein klein wenig Respekt erwarten.
„Du bist ein Trottel, Leot!“
Nur von Dorna wohl nicht.
Neues Vlog ist da!
Heute aber etwas kürzer als sonst.
Wochenende
Nicht für Dirk, der muss arbeiten. Ich hoffe, das Vlog auf die Reihe zu bekommen
Immerhin, “Tentakelwacht” ist im Verlagslektorat. Der Omnibus verkauft sich als ebook so hervorragend, da muss die Fortsetzung fix in den Zulauf, ehe die Welle wieder verebbt. Leser sind so ungeduldig manchmal…
Ansonsten steht auch dieses Wochenende im Zeichen des Verfassens von Texten, leider ist deren kreativer Gehalt extrem begrenzt und richtig spaßige Formulierungskünste sind auch nicht gefragt. *seufz*
Dafür kommendes Wochenende MarburgCon. Man gönnt sich ja sonst nix!
So. Weitermachen.
Warum die Science Fiction nicht am Ende ist
Auf Telepolis und in den Foren geistert es wieder herum – nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal. Die Science Fiction, so wird mit Grabesstimme getönt, sei am Ende. Was wird hier zur Argumentation herangezogen? Zum einen ist es die klassische, so typisch deutsche Kulturkritik, die der SF Massengeschmack und Einerlei vorwirft, sich an amerikanischen Fernsehserien und Romanzyklen abarbeitet, und verzweifelt nach dem sucht, was wahre SF eigentlich sein sollte, irgendwas mit einem tieferen Sinn, einer Aussage, einer gesellschaftlichen Bedeutung, etwas für die Feuilletons und diejenigen, deren literarische Anerkennung man so verzweifelt wie vergeblich sucht. Zum anderen sind es Statistiken, die herangezogen werden, Zahlen vom Welt(en)untergang, Umsatzrückgang im SF-Bereich, langsam, beharrlich, unausweichlich. Endzeitstimmung macht sich breit, eine krude Mischung aus Zahlen, die keiner verstanden hat und aus deterministischer Kulturkritik, die eher Kulturpessimismus ist und auf der Basis von Maßstäben argumentiert, die die meisten Menschen gar nicht teilen. Dass dann noch die üblich-üble Routine der Kapitalismuskritik dazu kommen muss, ist heutzutage nahezu unausweichlich, eine besondere Ironie einer Welt, in der es kaum einen Staat mit einer Staatsquote von weniger als 40 % am BSP gibt – was alles mögliche ist, aber ganz ganz sicher kein freier und ungebundener Kapitalismus.
Alles blöder Rotz.
Warum? Zum einen, weil Science Fiction immer vornehmlich Unterhaltungsliteratur war, und ihre Existenzberechtigung sich immer zu 90 % aus dem ergeben hat, was ihre Leser gerne auf Bahnreisen und morgens im Bus zur Arbeit oder abends in der Badewanne lesen. Raumschiffe. Sense of wonder. Ordentliche Explosionen. Überbordende Fantasie. Grenzenlosigkeit in der Beschreibung von galaktischen Völkern, von alternativen Gesellschaftsformen, von physikalischen Seltsamkeiten (manchmal auf der Basis der Naturwissenschaft, manchmal in völliger Ignoranz derselben – so what?). Protagonisten, die im Leser Leidenschaft auslösen. Antagonisten, deren Seele man in der Hölle schmoren sehen möchte – außer, man kämpft auf der Seite jener, die die Höllen abschaffen wollen, schon aus Prinzip. Es ist das “alles ist möglich” und “es geht alles”, die Grenzenlosigkeit in Verbindung mit ausreichend Vertrautheit, die uns verstehen lässt, was da passiert. Das ist die SF, die gelesen wurde und die gelesen wird. Manchmal ist die einfach geschrieben und die Kadenz der Explosionen ist größer, manchmal ist sie komplexer geschrieben und verlangt etwas mehr Anstrengung. Aber es ging nie um literarische Anerkennung und es ging auch nie darum, “etwas zu verändern” oder “auf etwas hinzuweisen” – das ist der Job der Utopien, Dystopien, Anti-Utopien, und sie machen ihn gut, interessanterweise besonders gut, wenn sie gleichzeitig Science Fiction sind. Diese SF geht nicht unter, die verlagert sich auf neue Themen, sie dringt in den literarischen Mainstream ein, sie überspringt Genregrenzen. Und diese ganz spezielle Entgrenzung löst Unbehagen aus, vor allem dann, wenn man sich mit Abgrenzungen so wunderbar eingerichtet hat.
Zum anderen ignorieren die Zahlen, die sich immer noch auf den stationären Buchhandel begrenzen, beharrlich nicht nur die Entgrenzung des Genres, sondern auch die simple Tatsache, dass ein Großteil der SF in Deutschland gar nicht mehr im stationären Buchhandel auftaucht, sondern online vertrieben wird und als ebook. Dass sie gar nicht mehr in den großen Publikumsverlagen publiziert wird, sondern in einer aktiven, florierenden Kleinverlagsszene. Und heißt das, dass die Auflagen damit in dem Bereich liegen, der notwendigerweise dazu führt, dass SF “am Ende” sei? Mitnichten. Kleinverlagsproduktionen erreichen mittlerweile Auflagen, die Publikumsverlagen nicht fremd sind. Nur, weil man in der Spiegel-Bestsellerliste nicht auftaucht, heißt das nicht, dass die SF “am Ende” sei. Und gerade hier liegt auch für die “literarische” SF eine Chance, ihr Nischendasein zu erhalten – weil es dort Verleger gibt, die auch bereit sind, ein Buch zu verlegen, wenn es sich nicht mehr als 500mal verkaufen wird. Gut so. Fein. Das sichert die Vielfalt und die Bandbreite. Es spricht auch gegen das “Ende”. Für viele ist es sogar ein neuer Anfang.
Als SF-Schriftsteller kann ich diese verkopfte und realitätsferne Diskussion nur schwer ertragen. Sie ist eine Beleidigung für mich und meine Leser, eine Mischung aus albernem Dünkel, intellektueller Überheblichkeit, weitgehendem Unverständnis, dem Neid der Erfolglosen gegenüber jenen, die keine Lust haben, nur für einen elitären Zirkel an Berufsempörten zu schreiben. Ich bin übrigens trotzdem nicht beleidigt, aber dieser Diskussion mittlerweile etwas müde. Dennoch hat all das etwas Gutes: Diejenigen, die sich dem Credo der literarischen Endzeit nicht anschließen wollen, werden mit noch größerer Energie alles daran setzen, um zu beweisen, was für eine alberne Koketterie mit dem Untergang das ist. Dafür bin auch ich dankbar.
Erwartet mehr!
Und ich bin nicht der Einzige, der heute vor der Tastatur sitzt und dieses Versprechen einzulösen bereit ist.
Dies und das
Das Wochenende steht vor der Tür, damit auch die Kommunionsfeier meiner Tochter. Angekündigt haben sich auch zentrale Gestalten der deutschen Kleinverlagsszene, nämlich Wilfried Hary und Guido Latz. Muss ich immerhin nicht einsam in der Ecke sitzen.
Dass Atlantis das SF-Magazin “phantastisch!” übernimmt, ist ja mittlerweile auch rum. Bin gespannt, was das wird. Guido hat große Pläne.
Kaiserkrieger # 4 “Der Aufstand” ist bei der Druckerei. Jetzt wird das Probeexemplar erstellt, das wird hoffentlich fix abgesegnet, und dann geht’s los. Habt Ihr schon alle vorbestellt? Das wäre jetzt eine gute Gelegenheit.
“Tentakelwacht” ist vom Betaleser durchgeschaut worden, ich werde jetzt irgendwann demnächst den Text noch einmal überarbeiten. Ich weiß aber nicht, wann genau ich dazu komme (bin ein klein wenig im Stress).
Weiter gekommen bin ich auch mit Ikarus # 50, ein Rundes Fünftel des Textes ist fertig.
Sonst gibt es nichts Neues. Wollte nur mal ein Lebenszeichen abgeben. Seid fleißig.
Neues Vlog online
Das hat heute ewig mit dem Hochladen gedauert – zu viele Ostereier in der Leitung oder sowas.
ElsterCon – das Programm
Das Programm des nächsten ElsterCons ist online, auf dem auch ich als Ehrengast weilen werde. Ich darf ein Panel mit Jack McDevitt und Peter Hamilton moderieren! Kaum zu glauben!
Dies und das, ein Update
Ostern steht vor der Tür, das Fest der Eier und Hasen. Vier Tage Freizeit, möchte man meinen, ich aber muss viel tun, denn am darauf folgenden Wochenende ist eine große Familienfeier angesagt und das Haus – und der Hof – müssen gereinigt werden. Ich bemitleide mich schon mal.
Heute habe ich mit dem Verfassen der # 50 der Serie “Rettungskreuzer Ikarus” begonnen. Obgleich die # 47, die jetzt ansteht, sich verzögern wird, sollen weitere Verzögerungen nicht an mir liegen. Darüber hinaus habe ich den ersten Band einer “Notfalltrilogie” fertig geschrieben, die nur dann veröffentlicht wird, wenn eine der offiziell geplanten Trilogien ab Band 51 nicht rechtzeitig fertig wird. Das heißt auch: Ab Band 50 keine Verzögerungen mehr. Read my lips.
Kaiserkrieger # 4 hat mittlerweile einen fertig designten Umschlag und sollte vom Verlag in diesen Tagen an die Druckerei gehen. Der fünfte Band ist zu 50 % betagelesen, sobald ich die Rückmeldung der anderen 50 % habe, wird noch einmal kräftig überarbeitet. An Band # 6 habe ich bereits sechs Kapitel fertig geschrieben, es geht also gut voran, ich bin sehr zufrieden mit mir.
Ansonsten arbeite ich weiter an der Übersetzung der zweiten Hälfte von “Plan B” (Liaden-Universum), habe mir das Thema für das Vlog an diesem Wochenende zurechtgelegt und Fragen für ein längeres Interview mit Kevin J. Anderson losgeschickt, das in “phantastisch!” erscheinen soll. In Kürze wird auch “Tentakelwacht” vom Betaleser nach Hause kommen, dann geht das Manuskript an den Atlantis-Verlag und sollte dann nach KK # 4 meine nächste Veröffentlichung werden. Drei Romane im Jahr sind, wie ich finde, ein ganz ordentlicher Schnitt. Vielleicht werden es ja sogar vier, mal sehen.
Dazu lese ich Kurzgeschichten, die zum Marburg Story Wettbewerb eingereicht wurden. Ich sage dazu an dieser Stelle nicht viel, die wichtigsten Dinge habe ich im Vlog des letzten Wochenendes erwähnt. Nur soviel: Es ist teilweise wirklich zum Haareausraufen, was da eingeschickt wurde. Meine Herren. Grenzwertig. Aber immerhin: eine sehr ordentliche Story habe ich auch schon gefunden. Über Ostern wird weiter gelesen.
Ansonsten spiele ich Mass Effect 3 und hoffe, dass es auch künftig Spiele aus diesem Universum geben wird. Macht mir großen Spaß!
Euch allen noch schöne Eier.