Was vom Februar bleibt…

… eine sehr intensive Arbeit am Manuskript von “Tentakelwacht”, so dass ich jetzt doch etwas zuversichtlicher bin, dass ich den mir selbst gesteckten Zeitrahmen werde einhalten können.

… die Tatsache, dass zumindest über Amazon diesen Monat mehr als 100 ebooks des Tentakel-Omnibus über den virtuellen Ladentisch gegangen sind, was mich schon ein klein wenig überrascht hat (und sehr erfreut, denn das erzeugt eine gute Prognose für o. g. neues Manuskript).

… die Erkenntnis, dass der zweite Daxxel-Roman dieses Jahr definitiv nicht mehr fertig wird.

… die Hoffnung, dass der vierte Kaiserkrieger noch im April erscheinen wird (Ihr müsst echt mehr drängeln, Leute – auf mein Gejammer hört der Latz schon lange nicht mehr!).

Work in progress

Der Weg zum Aufenthaltsort seiner Gastgeberin war nicht weit. Talithi schienen keine Büros im klassischen Sinne zu schätzen, denn die Administratorin empfing ihn in einer Art Atrium, umgeben von bunten und wohlriechenden Gewächsen, mitten in einem kunstvoll angelegten Garten. Sie saß auf einer steinernen Bank und hielt ein Datenpad in der Hand, das sie konzentriert konsultierte. Gegenüber stand eine weitere Bank, unbesetzt, und zwischen ihnen ein Tisch, auf dem eine Kanne und zwei Tassen das Ensemble vervollständigten. Ehe sich Sentenza bedanken konnte war das A’Talithi bereits wieder verschwunden. Sentenza machte einen Schritt nach vorne und wollte sich bereits räuspern, als Ghio’o’thet aufblickte und mit einer eleganten Handbewegung in Richtung Steinbank zum Sitzen aufforderte.

„Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft zu machen, Captain“, erklärte sie mit einer angenehm melodischen Stimme. „Darf ich Sie mit dem Nationalgetränk der Talithi vertraut machen? Wir nennen es Chol. Es ist dem Kaffee, dem Ihre Spezies so zugetan ist, nicht unähnlich. Wir haben uns vergewissert, dass der Trunk für Sie ungefährlich ist. Viele Besucher menschlicher Abstammung haben ihn bereits genossen. Darf ich?“

Sentenza nickte. Er war aus beruflichen Gründen dermaßen mit Impfstoffen vollgepumpt, dass ihn fast gar nichts umbringen konnte. Die Flüssigkeit, die die Administratorin eingoss, dampfte angenehm und verbreitete einen süßlich-scharfen Geruch, der auf interessante Weise mit den Düften der Pflanzen harmonierte. Sentenza war sich ziemlich sicher, dass das keinesfalls ein Zufall war.

„Ich habe gehört, Sie sind meiner Vorgesetzten bereits begegnet“, begann Sentenza, nahm einen Schluck, versuchte den Geschmack einzuordnen, gab es aber auf und genoss einfach nur.

„Direktorin McLennane ist mir bekannt. Eine faszinierende Persönlichkeit.“

„Das ist korrekt“, gab Sentenza zu und bemühte sich, jede Nuance von Zweideutigkeit aus seinen Worten fernzuhalten.

„Ich habe angedenk unseres Treffens um die Entsendung Ihres Schiffes gebeten“, erklärte die Administratorin. „Ich hatte das Gefühl, das mein Anliegen in den Händen des Raumcorps besser aufgehoben ist als bei unseren… Freunden vom Multimperium oder der Föderation.“

Sentenza runzelte die Stirn. „Über welches Anliegen genau reden wir gerade? Sie meinen sicher die medizinische Mission!“

„Diese ist mit dem, worum es mir geht, inhaltlich verbunden, ja. Letztlich aber ist es eine etwas… delikate Angelegenheit, vor allem für uns. Ich würde Sie nicht damit belästigen, wenn es nicht so wichtig wäre.“

„Direktorin McLennane hat mir davon nichts gesagt.“

„Sie weiß auch nichts davon.“

Gesehen: La Voyage dans le Lune (restaurierte Fassung)

Zusammen mit dem Soundtrack (von AIR) der restaurierten Fassung des legendären SF-Films von Melies aus dem Jahre 1902 bekam man auch den Film, und so habe ich das erste Mal in meinem Leben dieses Stück Filmgeschichte betrachten dürfen, von dem ich bisher nur gehört hatte. Die aufwendige Restauration der 1993 gefundenen, handcolorierten Farbfassung lohnt sich das Ansehen, denn obgleich wir über manches in alten Stummfilmen heute vielleicht eher lachen: Dieser Klassiker hatte alles, was einen ordentlichen SF-Film ausgemacht hat, nämlich ein Raumschiff, Mädels in engen Strumpfhosen, Aliens und einen Ninjaregenschirm mit Explosionseffekt. Ich hätte nicht gedacht, dass mir ein so alter Film noch solchen Spaß machen würde – der schöne neue Soundtrack von AIR hat sicher auch seinen Beitrag dazu geleistet – aber ich habe ihn mir wirklich gerne angesehen. Das war und ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ganz großes Kino, mit sehr stimmungsvollen Bauten, “Matte Paintings” und Kostümen. Mehr als nur ein Klassiker, sicher auch ein Wegweiser. Tolle Sache.

Work in progress

„Wann können Sie mir sagen, worum es eigentlich geht?“

Sally sah ihn streng an. „Nun mal nicht schnell, Captain. Erst die Formalitäten, dann kommen die wirklich interessanten Sachen.“

„Ich verliere das Interesse bereits.“

„Das sollten Sie nicht. Das Raumcorps legt großen Wert auf diese Mission.“

„Das Raumcorps oder der Corpsgeheimdienst?“

„Wo genau liegt der Unterschied, Captain?“

Sentenza beschloss, diese Diskussion nicht fortzusetzen. Blicklos stierte er auf die Wand, als die Direktorin begann, ihn mit dem Inhalt des nächsten Formulars vertraut zu machen.

„Das ist wirklich wichtig.“ Sentenza sah auf. Der Tonfall Sallys war jetzt anders, voller tiefem Ernst. Er legte die Unterlage beiseite, die er eben noch ergriffen hatte und schloss die Augen.

„Sally, eines vorweg. Ich bin der Kommandant der Rettungsabteilung. Ich will nicht schon wieder in irgendwelche politischen Ränkespiele verwickelt werden. Ich will es nicht für das Multimperium und nicht für das Raumcorps. Ich bin dieser Sache leid. Wir haben so genug zu tun. Die Ikarus-Crew ist nicht unterbeschäftigt. Warum müssen wir erneut auf eine so offensichtlich politische Mission geschickt werden?“

„Sie werden mit Politik nichts am Hut haben. Es geht um eine Massenerkrankung, soweit wir es wissen. Anande wurde ganz bewusst angefordert. Er gilt als Experte.“

„Er ist ein Experte, ja. Aber wozu dann diese ganze Geschichte mit den Chiroken und…“

„Wir operieren nicht in einem politischen Vakuum, Captain.“ Sallys Stimme hatte an Schärfe gewonnen, wie immer, wenn sie diesen alten Streit austrugen. „Wir wollen helfen. Das können wir nur, indem wir mit dem Multimperium kooperieren, weil die Talithi das so wollen. Und indem wir durch Chirokengebiet fliegen. Dem müssen wir uns anpassen.“

„Wenn das Multimperium das alles für so wichtig hält, sollen die ihr eigenes Team schicken“, murrte Sentenza. „Die haben auch Ärzte.“

Sally nickte. „Ein medizinisches Team des Multimperiums ist seit drei Monaten auf Talith. Man kommt offenbar nicht weiter. Anande wurde angefordert.“

Sentenza sah sie misstrauisch an. „Ich will meinen eigenen Bordarzt nicht kritisieren. Aber diese Anfrage hat nicht zufällig auch etwas mit dem Bemühen zu tun, das Raumcorps in diese Sache hineinzuziehen oder…“ Er beugte sich vor und versuchte, Sally zwingend anzusehen, was seine Wirkung aber erwartungsgemäß völlig verfehlte. „… oder mit dem Bemühen des Raumcorps, in die Sache hineingezogen werden zu wollen?“

Sally lächelte fein und hob ein Datenpad.

„Wollen wir? Wir sind bald durch.“

Dies & das

Dirk schreibt fleißig. Das ist eine durch und durch unspektakuläre Aussage, der ich auch kein besonderes Feuer durch griffige Details und humorige Anekdoten geben kann. Ich schreibe einfach. Fleißig. Ich habe einen Zeitplan, und den will ich einhalten.

Auf der Website von “Rettungskreuzer Ikarus” habe ich ein paar Worte zu dem gesagt, was die Leser nach Band # 50 erwarten können. Freunde der Serie wollen sich das vielleicht anschauen :-)

Ich habe die Themen der kommenden drei Episoden meines Videoblogs festgelegt. Jetzt muss ich den Krempel nur noch aufzeichnen. Mein Ziel ist es, mir eine anständige Kamera zu kaufen. Dazu muss ich aber erst noch reich werden.

Apropos reich: Dirk hat ein neues Gadget, das Toshiba AT 200, das “dünnste Tablet der Welt”. Nein, eigentlich brauche ich das nicht. Aber das hat mich ja noch nie abgehalten.

 

Seltsame amazon-Mail zu “Der Aufstand” bekommen?

Amazon scheint derzeit Emails mit folgendem Inhalt zu versenden:

“Nach Auskunft des Verlags bzw. Herstellers wird der folgende Titel leider nicht mehr aufgelegt: Dirk van den Boom, Timo Kümmel “Kaiserkrieger: Der Aufstand” Dieser Artikel musste nun endgültig aus Ihrer Bestellung gestrichen werden.”

Mumpitz. Natürlich erscheint der Roman, er ist in der Produktion. Nur erscheint er zu weit nach dem offiziellen Erscheinungstermin, der ursprünglich mal angegeben wurde und dann hat das System diese automatische Nachricht an Vorbesteller geschickt. Ärgerlich: Man muss neu vorbestellen. Macht das mal. Natürlich hat bei Amazon niemand irgendwo nachgefragt und der Verlag hat keinerlei Auskunft gegeben, das ist Blödsinn.

Oh Menno

Fast vier Tage hat mich ein Magendarmvirus von der schriftstellerischen Arbeit abgehalten – nicht so sehr, weil ich permanent alle geeigneten Körperöffnungen in entgegengesetzter Richtung genutzt habe, sondern mehr, weil danach eine allgemeine Erschöpfung dazu führte, dass ich nur wenig klare Gedanken fassen konnte. Das geht jetzt wieder etwas besser. “Tentakelwacht” ist über die 400.000 Zeichen rübergewandert, mein Ziel sind hier runde 550.000 und das habe ich jetzt fest im Blick. Auch am zweiten Daxxel-Roman habe ich weiter geschrieben und immerhin jetzt 100.000 Anschläge vorzuweisen. Dass dieser Roman dieses Jahr aber trotzdem nicht mehr fertig wird, liegt daran, dass sich das Zeitfenster Ende März wieder schließt, denn dann muss ich mich an Ikarus # 50 machen – und wann es sich dann wieder öffnet, ist kaum abzusehen. Ich muss halt erst einmal und vordringlich an jenen Texten arbeiten, von denen ich auch erwarten kann, dass sie sich einigermaßen verkaufen. Sorry. Ist so. Da ist der zweite Daxxel die Kür, nicht die Pflicht.

 

Der Sonntag

Ich habe “Der Aufstand” – Kaiserkrieger # 4 – vom Lektor bekommen und sitze fleißig am Manuskript.

Und ich habe gestern das Cover von “Tentakelwacht” gesehen. Sobald Timo Kümmel die Typographie gemacht hat, dürft Ihr es auch sehen. Ist der Wahnsinn.